Vor ungefähr 2700 Jahren meißelte ein sabäischer Steinmetz im Auftrag seines Königs sabäische Buchstaben in einen Altar, der im Tempel des obersten Gottes Almaqah aufgestellt wurde. Das Besondere daran ist, dass die Sabäer eigentlich im Süden der Arabischen Halbinsel (heutige Repbulik Jemen) lebten – der Altar aber im Norden Äthiopiens in Wuqro, unweit der Provinzhauptstadt Mekele, steht

Dorthin wanderten die Sabäer zu Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. ein und vermischten sich mit der einheimischen Kultur. Der Altar wurde von einem Team der Orient-Abteilung des DAI freigelegt. Die Altarinschrift ist der erste Beleg eines königlichen Tatenberichts in der neuen Heimat und zeugt von der antiken transkontinentalen Wanderbewegung.
Blick über den zentralen Bereich des Almaqah-Heiligtums. Der Altar ist in der Mitte zu sehen (Foto: Pawel Wolf, DAI) Der Altar mit sabäischer Inschrift (Foto: Pawel Wolf, DAI) Überblick über das Grabungsgelände in Wuqro. Über dem Zentralbau des Almaqah-Heiligtums wurde ein Schutzbau errichtet (Foto: Ricardo Eichmann, DAI)